Vierte bundesweite „Stunde der Wintervögel“

Mehr als 75.000 Teilnehmer und zwei Millionen beobachtete Vögel

Zum vierten Mal riefen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, ließen sich dabei zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.

Trotz wenig winterlichen Wetters haben mehr als 75.000 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen. Insgesamt gingen Meldungen aus 53.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am fleißigsten. 

 
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Grünspechtweibchen

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Viele Vogelarten wurden deutlich seltener beobachtet als im Vorwinter, im Durchschnitt wurden 38 Vögel je Garten notiert. Dabei eroberte der Haussperling trotz Verlusten den Spitzenrang von der Kohlmeise zurück, dahinter platzierte sich erneut die Blaumeise knapp vor dem Feldsperling, gefolgt von Amsel, Grünfink und Buchfink. Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen kompletieren die Top 10.

Insgesamt wurden 169 verschiedene Arten gemeldet, auf die zehn häufigsten entfielen aber rund 75 Prozent der Individuen. Genau auf diese häufigen und allgemein bekannten Vögel kommt es uns mit der Aktion besonders an. Wir wollen herausfinden, wie sich die Allerweltsvögel in unseren Gärten entwickeln.

Ergänzt wird die heimische Vogelwelt von Wintergästen aus Nord- und Osteuropa, zum Beispiel von Bergfinken, Rotdrosseln, Seidenschwänzen. Deren Zahlen waren dieses Mal allerdings vergleichsweise gering. 


04.01.2014

Zählen am Margareta-Schenkel-Haus

    Es war ein bleigrauer Samstagnachmittag, als sich immerhin 11 Mitglieder des NABU Astheim im Margareta-Schenkel-Haus zur „Stunde der Wintervögel“ versammelten. Das NABU-Haus ist umgeben von Büschen und Bäumen, die das ganze Jahr über vielen Vogelarten Unterschlupf  bieten.

    Aber nach Winter sah es nicht aus, und Vögel, die sich zählen lassen wollten, waren auch nicht zu sehen. So stärkte man sich bei heißem Kaffee, bis sich kurz vor drei Uhr ein kleiner Starenschwarm vor dem Fenster niederließ.

    Nun aber schnell hinaus. In drei Gruppen, Nord, West und Süd, bezog man um das Haus Stellung. zog sich die Kapuzen über den Kopf und klappte die Regenschirme auf. „Wie schön war das hier im Mai, als wir die Gartenvögel gezählt haben“, sagte Ulle Heck. Aber jetzt war 4. Januar. Ringeltauben überflogen das NABU-Haus. Dann war wieder Ruhe. Die Aktion erwies sich als Geduldsprobe. Die Vögel hatten sich bei diesem trüben Wetter versteckt oder verzogen. Und als sich nach einer halben Stunde der Regen verstärkte, wurde die Aktion beendet.

    Aber als im warmen trockenen NABU-Haus die feuchten Zählhilfen verglichen wurden, kam man auf 13 verschiedene Vogelarten und insgesamt 105 Vögel. Dabei betraf die höchste Zahl die schwarzen Saatkrähen der Gruppe Nord auf einem gepflügten Acker. Dann folgten die Blaumeisen (12) und die Kohlmeisen (10). Auch der Vogel des Jahres, der Grünspecht, hatte sich bei der Gruppe Nord gezeigt.

    Der NABU Astheim hat dieses bescheidene Ergebnis dennoch dem NABU mitgeteilt und hofft, dass seine Beobachtungen an diesem dunklen Januarnachmittag sich trotzdem in die vielen Ergebnisse der bundesweiten Wintervogelzählung nutzbringend einfügen lassen. 

 

Kaj Wechterstein


04.01.2014

NaBu Astheim und NaBu Trebur – Neujahrsbesuch

Es ist das dritte Mal, dass sich „zwischen den Jahren“ NABU Trebur und NABU Astheim treffen, wobei die Treburer angewandert kommen, um sich in Astheim zu erfrischen und zu stärken.

    Die Begrüßung ist voll gegenseitiger Frotzeleien. Man kennt sich, man weiß, wer krank ist oder zum Urlaub in Australien.

 

    Hier treffen sich Naturschützer mit denselben Sorgen für Natur und Umwelt und mit denselben Sorgen um dieselbe Regierung in demselben Rathaus. Über zwanzig Personen finden in dem Margareta-Schenkel-Haus, dem Haus des NABU Astheim, zwischen der Schreinerwerkstatt des Eulenvaters Hennes Mundschenk Platz. Für Getränke ist gesorgt. Nahrhaftes und Deftiges kommt aus Trebur. Das Besondere ist der Glögi, Glühwein vom Ehepaar Wechterstein nach finnischem Rezept. Besonders war auch der Besuch von Bernd Petri, dem Kreisvorsitzenden des NABU. Aber man kennt sich, und es gibt viel zu Lachen. Ein Programm gibt es nicht. Aber es gab interessante Themen.

    Bernd Petri hatte sich früher als Sachverständiger um das Miteinander und Gegeneinander von Natur, Technik und Mensch auf dem Frankfurter Flughafen gekümmert. „Die Natur sieht den Flughafen als eine Savannenlandschaft an“, berichtet er. „Der Mensch empfindet Natur und Flughafen als störende Gegensätze und versucht dem mit neuester Technik zu begegnen. Aber die Technik ist blind für die Einfallsreichtümer der Natur, und da ist der Mensch mit seinen Beobachtungsgaben gefragt.“ Dietmar Sellner vom NABU Astheim als Ex-Pilot erzählte, wie er mit dem großen Airbus voll mit Passagieren wieder durchstarten musste, weil ein zartes Reh auf der Landebahn gemeldet wurde.

    Ein wichtiges gemeinsames Thema war: Ist der NABU Naturschutzbehörde oder Anwalt der Natur? Nur Letzteres ist der Fall; denn die Naturschutzbehörde hat ihre eigenen nicht immer leichten und nicht immer verständlichen Aufgaben. Da geht es um Schutz und Freiheit der Natur. Zu Beidem gehören Zäune; Gesetze sind für Alle gleich, dürfen aber nicht wie ein Rasenmäher Alles gleich machen.

    Hier wurden aktuelle Themen angesprochen und die Hoffnung ausgesprochen, dass es hier zu Gesprächen und vernünftigen Einigungen zwischen denen, die über die Vorschriften wachen sollen, denen, die durch die Vorschriften geschützt werden sollen und denen, die von den Vorschriften betroffen sind, kommt.

    In der Werkstatt waren verschiedene Vogel- und Eulenunterkünfte des Hennes Mundschenk zu bewundern, auch ein Wiedehopfkasten, der noch auf dem Kopf stand. Ferdi Mendel vom NABU Trebur hatte den Prototyp eines Steinkauzkastens mitgebracht, der über die ganze Länge zu öffnen war, sodass die ganze Brut besichtigt werden kann.

Gut, dass der Weg von Astheim nach Trebur noch beleuchtet ist, aber zur Not hätten auch die drei Hunde die muntere Truppe aus Trebur nach Hause geleitet. 

 

Kaj Wechterstein


11.01.2014

NABU und NAJU inspizieren Nistkästen

  15 Personen waren pünktlich um 14 Uhr vor dem Margareta-Schenkel-Haus erschienen und wurden von Dietmar Sellner freudig begrüßt.
Es waren noch Ferien, und so konnten nur vier junge NAJU-Mitglieder begrüßt werden und ihr Betreuer Peter Jüngling.



  „Es ist bei den Menschen wie bei den Vögeln“, begann Dietmar Sellner. „Sie haben verschiedene Schlafgewohnheiten, die einen schlafen nur bei offenem Fenster, die andern nur im Dunkeln, die einen weich, die anderen lieber hart“. „Da hängt ein Nistkasten“, sagte Simon. „Dann wollen wir die Leiter holen“, sagte Dietmar Sellner. Sogleich waren die Kinder im NABU-Haus verschwunden, und schon kamen sie mit zwei Leitern heraus. Aber so schnell geht es auch nicht: „Stopp, wie trägt mein eine Leiter?!“ sagte Hans-Lorenz Heck. „Immer von einer Seite und natürlich nur in eine Richtung.“

   Zwei Leitern ergaben zwei Gruppen. Die Männer vom NABU schauten wehmütig zu, wie schnell die Kinder oben beim Vogelhäuschen waren und freuten sich, wie geschickt sie die Türen der Häuschen mit ihren kleinen Fingern zu öffnen verstanden. Gleich das erste Häuschen war rappelvoll und erinnerte an ein Etagenbett. Unten war es ganz sorgfältig aus zartem Moos und Gras bereitet. „Das sind die Meisen“, sagte Dietmar Sellner. „Die sind immer ganz sorgfältig und mögen es weich. Oben aber ist ein Nachmieter eingezogen, bei denen musste es schnell gehen. Das sind die Spatzen.“

   Spatzennester befanden sich auf den Baumstücken und am Friedhof. Meisennester waren in der kleinen Parkanlage. Vier Nistkästen wurden hier abgehängt, denn sie hingen an Birken, die mit einem grünen X gekennzeichnet waren. „Das bedeutet nichts Gutes“, sagte Gesine Wechterstein. „Warum nicht“? fragte Diego. „Hier gehören keine Birken hin. Die hat man damals aus Versehen gepflanzt“, sagte Gesine Wechterstein. „Das ist blöd“, sagte Adrian. „Die Bäume sind doch schön und gesund!“ „Der Chef der Arbeiter wollte doch noch mal deswegen mit uns sprechen“, sagte Kaj Wechterstein, der Schriftführer des NABU. „Das steht im Protokoll. Das müssen wir auch machen“.

   Vom Feuerplatz des NABU kamen Rufe: „Wir haben was! Hier schläft ein Siebenschläfer!“ Er wurde ans Licht geholt und schlief weiter. „Das ist ein Gartenschläfer“, sagte Bruno Roth.

Es gab noch mehr zu entdecke: kleine Eier, die noch nicht ausgebrütet waren. Xenia fand ganz kleine Mäuse, die nach ihrer Hand tasteten.

   Anderthalb Stunden wurde gearbeitet und geforscht, wurden 35 Kästen kontrolliert und gereinigt und sicher wieder aufgehängt.

   „Besser hätte die Arbeit zwischen NABU Astheim und NAJU Groß-Gerau nicht anfangen können“, sagte Dietmar Sellner zu Peter Jüngling. Und dieser rief seinen Schützlinge nach: „Nicht vergessen in 14 Tagen um 10 Uhr. Wir machen Vogelfutter!“

 

Kaj Wechterstein

 


18.02.2014

NABU, Nistkästen und Grundschule Astheim

Am Montag und Dienstag voriger Woche drang ohrenbetäubendes, aber lustiges Hämmern aus dem Werkraum der Grundschule im Hollerbusch in Astheim. Unter den wachsamen Augen ihrer Lehrerin, Frau Maria Hill, nagelten je 13 Kinder 25 Nist-kästen zusammen. Die Teile waren an zwei Tagen im NABU-Haus von Hennes Mundschenk und Dietmar Sellner zurechtgesägt worden.

Hans-Lorenz Heck und Klaus Brod hatten pro Nistkasten 18 kleine Löcher für die Nägel und ein Flugloch für die Vögel gebohrt.

   Nun wurden von den Kindern unter der sachkundigen Leitung dieser NABU-Mitarbeiter die Teile zusammengefügt und 468 Nägel in die vorgebohrten Löcher geschlagen.

   Frau Hill merkte schnell, dass sie sich bei diesen erfahrenen Handwerkern keine Sorge zu machen brauchte. Und die Kinder waren mit Feiereifer bei der Sache. Das sah man an vielen roten Backen und Ohren. Die Kinder hatten schnell verstanden, wie die Teile zusammengefügt werden mussten. Und sie halfen sich gegenseitig, damit der gerade Nagel ins richtige Loch rutschte und der Hammer nicht den Finger, sondern den Nagel traf.

   Eine Woche später waren es Gesine Wechterstein und Käthe Breideband, die die Kinder im Bastelraum erwarteten. Diesmal erschienen die Kinder in bunt beklecksten Kittelchen, denn nun sollte angestrichen, gemalt und geklebt werden. Alle fünf Seiten des Nistkastens waren mit einem grünen Schutzanstrich zu versehen. Für das Dach und die unhandliche Dachpappe waren später die NABU-Handwerker zuständig. Die Kinder der Grundschule in Astheim sind gewohnt, sorgfältig zu arbeiten. Und so dauerte der Anstrich seine Zeit.

   Aber die Vogelhäuschen sollten auch ihre besondere individuelle Note bekommen. Dafür hatte Gesine Wechterstein Hölzchen und Brettchen mitgebracht: Das Haus sollte auch etwas Menschliches bekommen. Fenster, Türen, eine Leiter, ein Zaun konnten aufgeklebt werden, Blümchen wollten das Haus verzieren, damit jeder Vogel sein eigenes Haus schnell erkennen und finden würde.

   Aber das brauchte seine Zeit. Niemand achtete auf die Zeit, keiner hörte die Schulklingel. Und es musste noch aufgeräumt werden. „Wenn wir dürfen, kommen wir in der nächsten Woche noch einmal wieder,“ sagte Frau Wechterstein. Sie dürfen, denn der NABU ist in dieser Schule stets willkommen.

 

Kaj Wechterstein


21.03.2014

Jahres-Mitgliederversammlung 2014

Die jährliche Mitgliederversammlung des NABU Astheim fand am 17. März 2014 im Margareta-Schenkel-Haus statt.

 

Für den Vorstand berichtete Dietmar Sellner aus dem vorigen Jahr von der Vogelstimmenwanderung am 5. Mai mit 25 Teilnehmern und 44 beobachteten Vogelarten; Besonderheit der Wendehals.

Die „Stunde der Gartenvögel“ erlebten 18 Teilnehmer erstmals gemeinsam um das Margareta-Schenkel-Haus, es wurden 26 Vogelarten festgestellt.

Bei der botanischen Wanderung mit Alfred Kunert und Bodo Friedrich waren die neuen Dämme übersät mit Margeriten. Nun ist man gespannt auf dieses Jahr, welcher Bewuchs  als Kulturfolger zu erwarten ist. Mit über 40 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht.

Das Sommerfest am 25. August litt unter anhaltendem Regen. Trotzdem schloss es mit einem finanziellen Plus ab. In Erinnerung blieb auch die durchgehend gute Stimmung der vielen Mitarbeitenden.

 

Mit der Grundschule am Hollerbusch gibt es traditionell eine intensive Zusammenarbeit. Im Frühjahr werden mit den Kindern der 3. Klassen Nistkästen zusammengesetzt und bemalt. Die Kinder nehmen sie als Geschenk mit. Einige Kästen werden um die Schule aufgehängt und ein Jahr später kontrolliert und gereinigt. 

Im Herbst bat das Lehrerkollegium der Grundschule den NABU, auch in diesem Jahr wieder den Wandertag zu gestalten. Für die 1. und 2. Klassen plante ihn wieder Gesine Wechterstein, unterstützt von Käthe Breideband und begleitet durch die Lehrerinnen. Der Weg ging an Astheimer Vorgärten vorbei zum NABU-Haus. Gesine Wechterstein zeigte den Kindern Früchte und Blätter, aus denen dann in der Schule kleine Figuren gebastelt wurden.Der Wanderweg für die Dritt-  und Viertklässler hatte den Deichschutz und das Entwässerungssystem um Astheim zum Thema. Der Weg führte über Gräben, Deiche und den renovierten Winterdamm zur Ruine des uralten Pumpwerks. Auch in diesem Jahr gab es seitens der Kinder keine Klagen über die Zumutungen der Wanderstrecke.

 

Heufest (27. September) und Herbstfeuer (26. Oktober) boten bei gutem Besuch mit vielen Familien eine Entschädigung für das ins Wasser gefallene Sommerfest.

 

Der Bericht von Bruno Roth über die ornithologische Bestandserfassung wurde von Dietmar Sellner vorgetragen. In der Vogelwelt wurden keine wesentlichen Beeinträchtigungen gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Der Bericht enthält 48 Vogelarten. 6 Storchenpaare haben 16 Junge großgezogen. Gebrütet haben Schwarzmilane, Turmfalken, 1 Habicht, 1 Schleiereule, 5 Mäusebussarde, verschiedene Spechtarten, Reiher, Rauch- und Mehlschwalben, Kiebitze sowie Schwarzkehlchen als seltenere Arten. Die Nistkastenkontrolle und Reinigung, die sich vor allem in diesem Jahr abspielt hat, ist zum Zeitpunkt der Versammlung abgeschlossen. Nistkästen waren zu 80 % belegt. Hennes Mundschenk ergänzte, dass bei den Schleiereulen die Paare von10 im Jahre 2003 auf 1 zurückgegangen sind. Ein Grund kann nicht genannt werden.

 

Hans-Lorenz Heck informierte über den Stand der Kasse. Trotz höherer Kosten für Reparaturen und für einen intensiven Baumschnitt und auch trotz des verregneten Sommerfests konnte der Kassenbestand stabil gehalten werden. Das ist auch dem stetigen Spendenaufkommen zu verdanken.

So wurden Kassenwart und Vorstand einstimmig entlastet.

Zur Rechnungsprüfung wurde Renate Brod gewählt und Rudi Wolf bestätigt.

 

Termine 2014:

Weil der dritte Montag im April 2014 auf Ostern fällt, wird der NABU-Treff auf den 17. April, Gründonnerstag, 18.30 Uhr vorverlegt. Weiterhin findet der NABU-Treff regelmäßig  am dritten Montag im Monat statt.

11. Mai 7.00 Uhr Vogelstimmenwanderung ab Margareta-Schenkel-Haus,

01. Juni 8.00 Uhr Botanische Erkundung ab Kerweplatz zu den Dämmen mit Bodo Friedrich und Alfred Kunert.

Das Sommerfest soll mit Beschluss vom vorigen Jahr nur jedes zweite Jahr stattfinden und entfällt 2014, Heufest und Herbstfeuer richten sich nach der Witterung.

 

Mit der NAJU (Naturschutzjugend) Groß-Gerau hat eine regelmäßige Zusammenarbeit begonnen.

Dietmar Sellner berichtete: Nachdem das Quartier Ludwigsaue für die NAJU-Treffen (auch durch Hochwasser) unzumutbar geworden ist, ist man an ihn herangetreten mit der Bitte, ob diese Treffen im Margareta-Schenkel-Haus in Astheim stattfinden können. Nach einer Diskussion im Vorstand und einem Gespräch mit dem derzeitig einzigen Verantwortlichen für diese Gruppe, Peter Jüngling, wurde dieser Bitte stattgegeben. Die Gruppe hat sich bereits in Astheim getroffen und u. A. erfolgreich Nistkästen gereinigt. Gesine Wechterstein berichtete vom letzten Treffen am Samstag vor zwei Tagen. Hier sollten vorbereitete Nistkästen zusammengenagelt und bemalt werden, und es erschienen 15 Kinder. Das Material wurde restlos aufgebraucht. In der Spendenkasse  konnte Hans-Lorenz Heck danach 70 € zählen. Die Versammlung sah die Zusammenarbeit mit der NAJU-Jugend Groß-Gerau auch als eine Chance für den NABU Astheim an. Renate Brod machte sich dafür stark, auch Eltern anzusprechen und zur Mitarbeit heranzuziehen. 

 

Klaus Steinbrenner hat wieder den Vogel des Jahres gemalt, den Grünspecht.
Dietmar Sellner stellte das Bild unter allgemeinem Beifall vor. 

 

Kaj Wechterstein

 


11.05.2014

Vogelstimmenwanderung 2014

25 Teilnehmer trafen sich erwartungsvoll zur Vogelstimmen-wanderung des NABU Astheim am Sonntag früh um 7 Uhr in dem kleinen Park vor dem Margareta-Schenkel-Haus. Wolken zogen, aber der Regen gönnte sich eine kleine Pause. Dietmar Sellner begrüßte erleichtert und erfreut die Teilnehmerschar. Klaus Stein-brenner war wie jedes Jahr mit seinem feinen Vogelstimmengehör als Vogelexperte gekommen.

 

Und schon ging es los durch den Park.

Die Nachtigallen hielten sich zurück. Aber die Mönchsgrasmücke schmetterte unverdrossen. Links vom Damm ragt ein Storchennest in die Luft. Vorn schaute neben dem Elternteil ein kleines Köpfchen aus dem Storchennest. „Drei Junge sind da“, wusste Dietmar Sellner. Vom Damm bietet sich ein weiter Blick bis nach Trebur. Über den Wiesen kreiste eine Rohrweihe in „gaukelndem Suchflug“. „Männchen oder Weibchen?“ Die Spezialisten fachsimpelten. Zwei Möglichkeiten - mehr gibt es nicht. Auf einem Dachfirst wurde ein kleines Pünktchen ausgemacht: „ein Hausrotschwanz!“ Das zu erkennen, dazu braucht es mehr als gute Augen - ein gutes Fernglas.
   Dann boten drei Grasmückenarten mit ihren unterschiedlichen Singstrophen Gelegenheit zu einer regelrechten Lehrstunde. Voran natürlich der „Mönch“, klar und bestimmend, dann, gleichmäßig zwitschernd, die Gartengrasmücke und, schwätzend kurz, die Dorngrasmücke. 

„Vögel haben keine Stimmbänder sondern Stimmlappen, mit denen sie die vielfältigen Klänge erzeugen“, erläuterte Bodo Friedrich.
   Aus dem Gesträuch unter den Pappeln erklang es „Zilp-Zalp“. Von weitem hörte man „Kuckuck, kuckuck“ und schließlich auch, vielleicht etwas müde von der langen Nacht, die Nachtigall. Aus den umstrittenen Gärten am Damm krähte eindeutig ein Hahn.

Wolfgang Henning vom NABU Geinsheim begleitete die Gruppe und führte die Strichliste der Vogelarten. Und er entdeckte die kleine Sumpfmeise. Nicht jeder sah sie. Dazu gehört schon ein von Jugend auf geschulter Blick.

   Die Sonne kam heraus, und dann stand unvermutet, aber unübersehbar ein Storch mit einem langen dürren Zweig im Schnabel vor der Schwarzbachbrücke. Den kannte Karl-Heinz Tauscheck: „Nachdem sie in den Vorjahren in den Bäumen links vom Schwarzbach ihr Nest hatten, haben sie nun ein viel komfortableres Nest bezogen, das schon lange auf sie wartete und nun frisch renoviert war.“ Das Nest liegt nahe am Weg, ist aber von da nicht einsehbar.

   Auf dem naturbelassenen Grundstück vor dem Schlagweg hat der Neuntöter sein Revier. Dort wartete er neben dem alten Stacheldraht, um der Gruppe zu demonstrieren: „Hier gehöre ich hin!“

   Auf den ausgiebigen Hinweg erfolgte nun ein zügiger Rückweg. Im NABU-Haus stand der Imbiss zum Verspeisen bereit.
   41 Vogelarten waren gezählt worden, kein sensationelles Ergebnis, aber die Vogelwelt lebt um Astheim und wird geliebt bei jedem Wetter, nicht nur von Kennern und Experten.
Die nächste Veranstaltung ist mit Alfred Kunert und Bodo Friedrich die Botanische Wanderung am 1. Juni. 

Kaj Wechterstein  


01.06.2014

Pünktlich um 8 Uhr des Sonntags früh trafen sich erwartungsvoll und fröhlich 25 Teilnehmer der botanischen Erkund-ung auf dem Kerbeplatz in Astheim.

    Nach kurzer Begrüßung durch Dietmar Sellner schritt man zügig los, um gleich von Alfred Kunert angehalten zu werden. Er griff in das Grün am Wegesrand und sagte: „Hier wächst so Vieles, wir brau-chen ganz viel Zeit.“ Und schon hatte er seine Hand voll verschiedener Pflanzen: Mäusegerste und Käsepappel, die strahlenlose Kamille und ein Knöterich und den Reiherschnabel.

    Bodo Friedrich, der sich freute, einige seiner früheren Leistungsschülerinnen zu sehen, ergänzte durch Betrachtungen aus der Pflanzenpsychologie darüber, wie Pflanzen sich gegenseitig das Leben schwer machen. Denen geläufige Formeln aus der Chemie nicht mehr geläufig waren, für die hatte er diese auf großen Bögen mitgebracht. Und so bot sich schon zu Beginn dieser Erkundung ein weiter Blick in das Innenleben ganz unterschiedlicher Pflänzchen.

    Der Halt hinter dem NABU-Schaukasten zeigte den typischen Bewuchs einer Feuchtwiese. Hier leuchteten noch vor 2 Wochen die rosa Kuckuckslichtnelken, und jetzt findet man Sumpfvergissmeinnicht, die noch vor zwei Generationen in Sträußchen gebündelt auf dem Rüsselsheimer Markt erfolgreich verkauft wurden.

    Aber Feuchtwiesen haben Gräser. Und da zeigte sich ein neuer Besucher unserer Erkundung als Fachmann. Es war der Landwirt Roland Kraft aus Trebur. Er erklärte zwei Grasarten, die Weidelgräser und die Queckengräser. Weidelgräser haben parallel stehende Körner, Queckengräser „gegenständige“. Das erste ist für den Menschen pflegeleichter und für das Vieh bekömmlicher, und der Mensch hat sich das zu Nutzen gemacht.

    Ein Storch flog niedrig über die Wiesen, den Schnabel voll Material zur Vervollständigung seines Nestes. Während die Runde seinen eleganten Flug bewunderte, sagte Bodo Friedrich leicht provozierend: „Ich habe in diesem Frühjahr einen Storch gesehen, der einen jungen Hasen im Schnabel hatte.“ Alfred Kunert besänftigte: „Der Storch ist auch ein Raubvogel.“

„Auch Störche wollen leben“ seufzte eine Teilnehmerin.

    Dann stand die Runde vor der „NABU-Wiese“. „Das ist eine besondere Wiese“, erklärte Alfred Kunert, verschwand im Gras, suchte, was er versteckt hatte und tauchte mit einem bunten Strauß auf. „Als wir die Wiese vom Bauern übernahmen, da hatte er sie nur einmal im Jahr gemäht, und das machen wir so weiter. Diese Wiese ist von einer großartigen Artenvielfalt“. Der Strauß bestand aus Mädesüß, der Frucht der Herbstzeitlose, einer Glockenblume, Labkraut, Habichtskraut, Klappertopf und noch mehr. „Solch eine Artenvielfalt ergibt sich nur, wenn man der Natur Zeit lässt zu wachsen und sich zu vermehren.“

    Auf der anderen Seite des Weges waren auch einige Wiesen, frisch gemäht - wie abrasiert. Hier meldete sich der Landwirt zu Wort. „Ich wurde eben nach diesen Wiesen gefragt. Was hier gemäht wurde, befindet sich in großen weißen Rollen, und dient einem Landwirt das Jahr über zu wertvollem und leistungssteigerndem Futter für sein Vieh.“ Das gab zu denken. „Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt heute, und wie war das früher“? warf jemand ein. „Wie viele Liter Milch gab eine Kuh früher und wie viele muss sie heute geben, damit ein Landwirt sich und hunderte von Menschen ernähren kann“?

   Es war eine kleine nachdenkliche symbolische Diskussion nach dem Betrachten zweier Wiesen. Und man spürte, bei ganz verschiedenen Standpunkten verstanden sich Alfred Kunert und Roland Kraft gut, denn sie kennen und verstehen und lieben die Natur.

    Der Weg ging weiter zum Schwimmbad, wo gegenüber bis zum Schwarzbach ein Stück trockenes Land liegt. „Hier wird beim Treburer „Open Air“ gezeltet“  erklärte Roland Kraft. Das sah man dem Gelände gar nicht an. Denn hier blühte es wunderschön, Steppensalbei und verschiedene Kleearten seien hier genannt. „Früher war da ein Spargelacker,“ wusste Roland Kraft. Das sah man dem Gelände auch nicht an. „Weißer Spargel darf nicht ans Licht. Darum wird er heute mit Folien abgedeckt. Früher tat das dieser sandige Boden. Und die Kunst des Spargelstechens war, im leichten Sand zu erfühlen, wo der Spargel sein Köpflein ans Licht stecken wollte. Das ergab natürlich eine Spargeldiskussion.

    Nebenan war ein Acker, wo Frühkartoffeln geerntet waren. Der Verbraucher verlangt früh Frühkartoffeln. Kartoffeln brauchen Zeit zum Wachstum. Hier hilft die Chemie, die das Wachstum dieser Knollen beschleunigen kann. Der Mensch versucht die Natur zu überlisten. Das gelingt und gelingt nicht.

    Vor dem NABU-Haus gab es einen grünen Klassenraum mit einem blauen Himmel und Getränke für die durstigen Schüler. Hier ging es um Photosynthese und darum, wie die Natur das Licht zu nutzen und einzusetzen versteht. Durch seine kurzweilige Darstellung machte Bodo Friedrich alle Wandermüdigkeit vergessen.

   Schließlich wurden Tische bereitgestellt, und es gab den wohlverdienten Imbiss.
Wie selbstverständlich ist solch ein Imbiss – aber wie viele menschliche Erfahrung hat es möglich gemacht, dass wir unser täglich Brot essen können und unsere tägliche Butter und Käse oder Wurst? Und beim Bier wurden neue Pläne geschmiedet. 

 

Kaj Wechterstein


15.06.2014

Junge Fledermäuse in Not – NABU-Fledermaushotline

Mit der Geburt der Jungen im Juni beginnt für Fledermaus-Mütter in ihren Sommerquartieren, den „Wochenstuben“, eine aufregende Zeit. Bis zur Selbständigkeit der Jungtiere Ende August müssen sich die Fledermausmütter nun intensiv um ihren Nachwuchs kümmern. Dabei kommt es immer wieder vor, dass einzelne Jungtiere verwaisen, abstürzen oder geschwächt am Boden liegen. „Ohne die Hilfe der Menschen können solche Fledermaus-Findlinge nicht überleben“, erklärt Petra Gatz, Fledermausexpertin des NABU Hessen. Wer einen Fledermaus-Findling aufliest, kann sich an die Fledermaushotline beim NABU Hessen wenden. Unter der Telefonnummer 01577-4153954 werden regionale Ansprechpartner und Experten der NABU-Landesarbeitsgruppe Fledermausschutz vermittelt und alle Fragen rund um Fledermäuse beantwortet.

 

Am häufigsten treffen Menschen auf Zwergfledermäuse, die ihre Quartiere überwiegend an Gebäuden eingerichtet haben. Eine erwachsene Zwergfledermaus wiegt etwa fünf Gramm und ist gerade einmal daumengroß. Neugeborene Zwergfledermäuse sind in etwa so groß wie ein Gummibärchen. „Fledermäuse sind für den Menschen völlig ungefährlich. Als flinke Nachtjäger stehen ausschließlich Insekten und Spinnentiere auf ihrem Speiseplan“, so Gatz. Wer einem Fledermaus-Findling helfen wolle, solle sich auf „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ beschränken und die weitere Betreuung fachkundigen Fledermaus-Fachleuten in die Hand geben. „Überall in Hessen stehen NABU-Fledermausexperten bereit, sich der Findlinge anzunehmen und sie fachgerecht wieder hochzupäppeln“, erläutert Gatz. Sie sorgten dafür, dass das Pflegetier wieder möglichst rasch in Freiheit gelassen werde.

 

Als „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ für Fledermaus-Findlinge empfiehlt Gatz, die Tiere möglichst mit dünnen Handschuhen oder einem weichen Tuch vorsichtig aufzunehmen und in eine Schachtel mit Luftlöchern zu setzen. Die Luftlöcher sollten sehr klein und die Schachtel bis auf die Luftlöcher gut und dicht verschlossen sein, da Fledermäuse wahre Ausbruchskünstler sind. In die Schachtel sollte man ein kleines weiches Tuch – z.B. Küchenrolle – als Versteckmöglichkeit und ein flaches Behältnis mit etwas Wasser legen. Hierzu eigne sich ein

Deckel von einem Marmeladenglas sehr gut. Anschließend sollte die Schachtel an einen kühlen, katzensicheren Ort gestellt werden.

 

Weitere Maßnahmen, so Gatz, sollten dann von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Denn nun gehe es darum, zu beurteilen in welchem Zustand sich der Findling befinde, ob es ein Jungtier sei, das noch gesäugt werde, oder ob es eventuell Verletzungen aufweise. Anschließend müsse entschieden werden, wie der Fledermaus am besten zu helfen sei.

 

 

Für Nachfragen:

Petra Gatz

Fledermausexpertin

Tel.: 06441-67904-25

Fledermaus-Hotline: 01577-415 39 54