29.04.2018

Vogelstimmenwanderung des NABU-Astheim

April-Himmel
April-Himmel

Es war der letzte Aprilsonntag, an dem sich 21 Vogelfreunde vor dem Margareta-Schenkel-Haus trafen. Dietmar Sellner begrüßte die Anwesenden, unter ihnen das „Tandempaar“ Kilian aus Wallerstädten. Sie führten die Gruppe mit  Sachkenntnis durch die Morgenstunden. Eugen Schenkel, der über neunzigjährige Witwer der Namensgeberin des NABU-Hauses, vervollständigte die Gruppe. Der April gab seinem Namen noch einmal alle Ehre. Von links schien die Morgensonne, von rechts rückten die Aprilwolken an. Die Vögel hielten sich zurück. Leise hörte man eine Mönchsgrasmücke. Erst als die Gruppe sich aufmachte, begleitete sie schluchzend die Nachtigall.

Auf dem Damm mit weitem Blick in das Ried schaute aus dem Storchennest ein Storchenkopf heraus. Dort wurde gebrütet. Aber unter dem Storchennest ging es fröhlich hin und her. Dort hatten sich Spatzen angesiedelt. Der Weg führte weiter am Pappelwald entlang. Im vorigen Jahr war hier der Pirol zu hören. Eine einzige Rauchschwalbe schoss über den Himmel. Waren wir doch zu früh in diesem Jahr oder war es das Aprilwetter? Dann ging es die alten Stufen hinab dahin, wo jahrelang ein landwirtschaftlicher Hänger den Jahreszeiten trotzte. Aber nun war er tatsächlich verschwunden. Es begann zu tröpfeln. Die Gruppe suchte ein Blätterdach. Bei Wallerstädten beobachten und behüten Kilians Kiebitze. Sie sind selten geworden. Davon zu berichten bot der Regen Zeit. Aber dann näherte sich wieder der blaue Himmel. Im vorigen Jahr ließ sich im Schilf der Teichrohrsänger hören. Aber dafür flog der Kuckuck über die Wiesen. Er legt gerne sein Ei in das Nest des Teichrohrsängers. Der frisch geschlüpfte Kuckuck schafft sich dann Platz und lässt sich füttern, bis er größer ist als seine ahnungslosen Pflegeeltern. Die Natur lässt andere Maßstäbe zu als wir Menschen. Eine Bachstelze saß hoch oben auf einem Schornstein. Da saß sie schon voriges Jahr.

 Aber als es zum Schwarzbach ging, wurden die Vögel munter. Amseln ließen sich hören, die im den letzten Jahren so krank waren. Und nun waren sie alle da: die Dorngrasmücke, die Nachtigall, der Zaunkönig, der Teichrohrsänger. Nur am Schlagweg hielt sich der Neuntöter versteckt. 

Dunkle Wolken beschleunigten den Rückweg. Im NABU-Haus entzündete Hans-Lorenz Heck den Kaminofen. Ulle Heck hatte schon die Zutaten zum Imbiss bereitgestellt. Es war gemütlich und warm, als Dietmar Sellner die Liste der beobachteten Vögel präsentierte. Es waren 32 Arten, die von der Gruppe gehört und erspäht waren. Dietmar Sellner dankte dem Tandempaar Kilian für ihre Führung mit allerlei Berichten aus der Vogelwelt und überreichte ihnen einen zweiten Rucksack für ihre Fotoausrüstung, denn auf dem Tandem fährt man zu zweit.

Kaj Wechterstein


19.02.2018

Grundschule und NABU Astheim: Nistkastenbau nach Maß und individuell

Christian Gerke hat eine tolle Werkstatt, in der man Holz passgerecht bearbeiten kann. Das zeigte seine Bewährungsprobe am Montag, dem 19. Februar, am Vormittag mit der 3. Klasse im Bastelraum der Grundschule am Hollerbusch. Hierher waren nun die zugeschnittenen und mit Löchern versehenen 18 Bausätze für Nistkästen geschafft worden. Hier lagen Hammer und Zangen bereit. Hier erklärte Klaus Brod vom NABU, was gar nicht so selbstverständlich ist: „Wie halte ich einen Hammer“. Dietmar Sellner erläuterte dann den Sinn von Nistkästen. Sie ersetzen Baumhöhlen, die es in unserer Wohngegend nur noch wenig gibt. Und dann wurden die je sechs Bauteile für ein Vogelhaus ausgeteilt. Wie passt das zueinander? Je zwei Schüler sollten sich beim Zusammenbau assistieren. Das klappte. Aber welche Teile gehörten aufeinander? Die vorgebohrten Löcher mussten für die Nägel aufeinander passen. Das klappte auch, denn nun klapperte es, und es klappte so gut, dass sich Frau Linner, die Lehrerin, die Ohren zuhielt. Und wenn es nicht klappte, dann gab es die Zange und die Fachleute vom NABU. Als es nach 90 Minuten läutete, waren 18 Nistkästen fertig genagelt und mit Namen versehen.

Aber es fehlte der grüne Schutzanstrich. Der erfolgte eine Woche später. Jetzt waren Käthe Breideband und Gesine Wechterstein mit einem Korb voller Farben gekommen. Nur Grün, das ist langweilig. Die Nistkästen sollten individuell ausschauen, damit jede Vogelfamilie ihr eigenes Haus erkennen konnte. Und da war Fantasie gefragt. Was gehört zu Vögeln? Was gefällt Vögeln? Buntes: bunte Bäume und Blumen, bunte Schmetterlinge oder kunterbunte Tupfer. Ein Junge versuchte sich an einer Landebahn für Vögel. Nun schauten die Vogelhäuser ganz individuell aus, wie sie da aufgereiht auf der Fensterbank trockneten.

Aber fertig waren sie noch nicht. Aufs Dach gehört Dachpappe, und zum Aufhängen gehört ein Bügel. Aber da waren wieder die Altmeister vom NABU gefragt. 
Kaj Wechterstein


Ereignisse der Jahre 2011 bis 2017 findet man im Archiv