26.09.2017

Grundschule Am Hollerbusch und NABU Astheim unterwegs.

Einmal im Jahr ist für die Grundschule am Hollerbusch, für Schülerinnen, Schüler und Lehrinnen Wandertag, veranstaltet vom NABU Astheim. Frau Wechterstein weiß, wo Eicheln und Kastanien liegen und leitete die ersten beiden Klassen dahin und weiter zum NABU-Haus. Die höheren Klassen erkunden die Umgebung von Astheim. Dieses Jahr ging es unter Leitung von Dietmar Sellner nach Trebur. Kaj Wechterstein ist der radelnde Reporter. Als solcher erwartete er die jüngeren Schüler. Und er musste warten, denn neben dem Friedhof lagen ganz viele Eicheln mit ihren Käppchen und die Kinder hätten sie gerne alle mitgenommen.  Mit vollen Beuteln trafen sie beim NABU-Haus ein. Und da waren über Nacht viele Kastanien vom Baum gefallen. Das Wetter war milde, und so wurden aus dem NABU-Haus Tische und Bänke geholt, und dann wurde gevespert.


3. und 4. Klässler in Trebur

Für den Reporter wurde es Zeit sich aufs Rad zu schwingen und nach den Älteren zu sehen: die liefen in Trebur den Schwarzbach entlang und bemerkten erstaunt die Kunstwerke. Die künstlichen Knutsche-Entchen machten echten Enten Konkurrenz. Der Schwarzbach floss nicht immer so friedlich. Das zeigte Dietmar Sellner an der Markierung an einem alten Fachwerkhaus. Vor über hundert Jahren wäre das Wasser den Kindern über den Kopf gestiegen. Dann erläuterte Hans-Lorenz Heck die Geschichte der alten großen Pumpe. Heute ist sie ein museales Denkmal und ein wunderbares Monstrum zum Klettern.

Dann ging es weiter zum Bauhof, wo Udo Seemann erklärte, wie von hier aus die große Gemeinde Trebur in Ordnung gehalten wird. Ein großer Traktor wurde zur Mulchmaschine und mulchte den Grasbewuchs am Deich.

 

Bei den Kastanien und Eichelmännlein

Der Reporter aber war neugierig, was aus den vielen Eicheln und Kastanien beim NABU-Haus geworden war. Zu den Eicheln waren Hagebutten dazugekommen. Am Samstag war auf der Wiese hinter dem Haus Heufest. Und nun ging es um eine Kombination von Heu und Früchten. Aus Heu und Moos wurde ein Kranz gebunden, das einem Kastanienmännlein als Bettchen diente. Die Kastanie bekam ein Gesicht, die Eichel mit ihrem Käppchen glich einem Wichtel. Das machte den Kindern große Freude. Und das schafften auch die Erstklässler.

 

Zu Besuch bei den Galloways

Der Reporter aber radelte sein letztes Ziel an. Auf dem Damm bei den Galloway Rindern wartete Reinhard Winter vom NABU Trebur. Schon auf dem Hinweg, als die drei Schulklassen an einer Herde vorbeigewandert waren, hatte sich gezeigt, dass diese mächtigen Rinder nicht nur neugierig sondern auch scheu sind. Sie hatten sich in die Weite der Wiesen zurückgezogen. Als sich nun der lange Zug der Dritt- und Viertklässler auf dem Damm näherte, ging Reinhard Winter ihnen entgegen und erklärte ihnen den Charakter dieser mächtigen Tiere. Nun waren die Kinder neugierig. Und sie blieben muksmäuschen still. Mit einem Korb voller Äpfel ging Reinhard Winter auf die Tiere zu, die ihn ruhig beobachteten. Sie kannten den Korb und den Inhalt. Als Winter die ersten Äpfel ins Gras warf, erhoben sich langsam und hoheitsvoll die ersten Tiere. Eine Apfelspur lockte die Rinder in die Nähe der Kinder. Schließlich hatten sich ein Dutzend Tiere genähert. Nun konnte Winter den Kindern etwas von diesen Tieren erzählen. Sie leben von den Gräsern der Wiese. Hier wird immer ein Teil abgesperrt, damit das Futter nachwachsen kann. Natürlich interessierte der Nasenring. Es sind die Leitbullen, die ihn tragen. Der stört die Tiere nicht. Sie spüren ihn aber unangenehm, wenn daran gezogen wird, und so kann man sie leiten. Pro Jahr gibt es ein bis zwei Jungtiere.


Dieser Wandertag ist jedes Jahr für NABU, Lehrerkollegium und Kinder ein Erlebnis.
Die Kinder sind entspannt, aufmerksam und fröhlich. Der Reporter hat keine Tränen beobachtet.
Auch gibt es keine Beschwerden wegen der Länge des Weges.
Astheimer Kinder passen in die Astheimer Natur.


Kaj Wechterstein


23.09.2017

Heumäuse
Heumäuse

Das Wetter meinte es gut mit dem Heufest von NABU und NAJU Astheim am Samstag auf der Streuobstwiese hinter dem Friedhof. Das Heu - vor fast einer Woche gemäht - war trocken. So konnten Klaus Brod und Hans-Lorenz Heck erste Heuhaufen markieren. Pünktlich um drei Uhr kamen die Familien. Harken und Heugabeln waren schnell vergeben. Auch die Kleinen, die noch nicht zur Schule gingen, wollten es den Großen nachmachen und harkten, obwohl die Harken viel größer waren als sie selbst. Und dann ging das Getobe los. Man kann mit Heu so viel machen, was man sonst nicht machen sollte. Beide Arme voll sich selber oder dem anderen auf den Kopf werfen, sich im Heu vergraben und den anderen erschrecken, tief ins Heu springen - und nichts tut weh!

Am Wege aufgereiht saßen die älteren Zuschauer, tranken dies und das und begutachteten die wechselnden Spielszenen ihrer Kinder und Enkel. Die hatten ein Mäuschen gefangen, das nun in einer Plastikwanne behütet wurde, bis es später wieder freikam.

Mäuschen gab es auch am Basteltisch von Gesine Wechterstein: Heumäuschen. Um ein Papierknäul wurde das „Heufell“ gewickelt und mit dünnem Draht in Form gebracht. Lange gedrehte Heuhalme bildeten das Schwänzchen. Um sechs wurde es kühler. Der Herbst hatte begonnen.

Das Schöne an diesem Fest, so zeigt es sich jedes Jahr, ist: es bedarf keiner Anleitungen und Reglements.
Die kleinen sehen bei den Großen, was zu tun ist. Und jeder Tobedrang und Tobeeinfall wird verwirklicht.
Den Zuschauern aber bietet sich eine fortlaufend wechselnde Spielszene mit großem fröhlichem und friedlichem Unterhaltungswert. Das macht sich auch - wie jedes Jahr - im Spendenkasten bemerkbar. 

Kaj Wechterstein


31.08. und 01.09.2017

Fortbildung für Tageseltern im Margareta-Schenkel-Haus

"Mit Kindern in der Natur - Was Bäume mit Bildung zu tun haben"

Veranstaltung der Kindertagespflege im Kreis Groß-Gerau

An den beiden Tagen fanden sich 13 Tagesmütter und ein Tagesvater im Margareta-Schenkel-Haus ein. Sie wollten sich zum Thema Kinder und Natur fortbilden. Welche Bedeutung hat die Natur für die kindliche Entwicklung? Was bietet die Natur? Wie vertrete ich vor den Eltern, dass Buddeln, Matschen und Draußensein wichtig für Kinder sind? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer in Vortrag, Dialog und Praxis. Sie entwickelten Konzepte für Naturerlebnisse in den verschiedenen Jahreszeiten und bestärkten sich in ihrem Tun. "Wer Kinder verändern will, muss zuerst einmal sich selbst verändern. Wer Kindern bei ihrer Entwicklung helfen will, muss zuerst einmal die eigene Entwicklung ins Augenmerk nehmen. (Armin Krenz)" Getreu diesem Motto durften die Tageseltern am Nachmittag selbst ganz in das Naturerleben eintauchen und sinnlich und spielerisch Erfahrungen sammeln. Sie genossen vor allem das Draußensein, den direkten Kontakt zur Natur und das Mittagessen am Feuer.

 

Jeannine Trzaska


05.06.2017

Botanischer Ausflug hinter das NABU-Haus

Es war eine kleine Schar Neugieriger, angeführt von Eva Sellner und Gesine Wechterstein, die sich am Morgen des Pfingstmontag trafen um Kräuter und Pflanzen hinter dem Margareta-Schenkel-Haus zu betrachten. Nach ein paar Schritten gab es schon etwas zu riechen: der Nelkenwurz. Dann ging es weiter am Storchennest vorbei, wo ein Storch verschlafen über den Rand schaute.

 Aber dann stand die Gruppe hellwach vor einer Wiese. „Das gibt es nicht mal auf der schwäbischen Alb“, schwäbelte eine Teilnehmerin begeistert. Da blühte es gelb und blau und lila und violett und rosa: Klappertopf, Schafgarbe, Skabiosen, Labkraut, Wiesenstorchschnabel, Rotklee. Vier Wildbienenarten wurden ausgemacht. Hummeln tummelten sich: es war ein kleines Paradies ganz nah. Rote Milane kreisten über der Wiese. Nun schaute auch ein Storchenjunges zwischen dem Elternpaar aus dem Nest. Vor zwei Jahren wurde die Zauneidechse aus dem Industriegebiet hierher umgesiedelt. Ganz gelassen sonnte sie sich.

Nun konnte die Gruppe wieder zum Margareta-Schenkel-Haus spazieren, wo Messer und Brettchen und ein „Smoothiegerät“ bereit waren. Damit wurden Kräuterbutter und Kräuterquark hergerichtet. Und das Gerät mixte aus Kräutern Smoothies verschiedener Geschmacksrichtungen. Vor dem Haus unter dem Schatten der Bäume klangen diese paradiesischen Stunden des Pfingstmontag friedlich und fröhlich aus.

 

Kaj Wechterstein 


14.05.2017

Vogelstimmenwanderung

 

 

35 Teilnehmer aus Astheim und sieben umliegenden Orten des Kreises trafen sich pünktlich um 7 Uhr morgens vor dem Margareta-Schenkel-Haus. Die Astheimer waren die letzten. Nele aus Büttelborn war mit 8 Jahren die Jüngste, Eugen-Schenkel, der Witwer von Margareta Schenkel, mit 95 Jahren der Älteste.

Dietmar Sellner begrüßte erfreut die Anwesenden von fern und nah. Dann hatte Bodo Friedrich, der Gymnasiallehrer im Ruhestand aus Rüsselsheim, das Wort. Als Gesprächspartner diente ihm unüberhörbar die Mönchsgrasmücke. Der Vogelgesang dient bewusst oder unbewusst dem menschlichen Gesang als Vorbild. Man hat es erforscht, indem man die Frequenzen herabsetzt, erklärte Bodo Friedrich. Hinter dem Haus zog der Storch auf dem Nest die Blicke auf sich. Schaute man länger hin bewegten sich auch zwei kleine Köpfchen. War die Mönchsgrasmücke der Sopran, so sang die Gartengrasmücke tiefer, also Alt. Im Duett sangen zwei Nachtigallen.

Ging es bisher um das Gehör, waren nun die Augen herausgefordert. Auf einem Giebel hinter den Bäume, saß etwas: eine Bachstelze. Ein Rotschwänzchen flog vorbei. Erkennungsmerkmale des Vogels sind die Stimme, die Flugsilhouette, die Art der Bewegung oder die Farbe des Gefieders. Dem Vogelkenner geben viele Erkennungsmöglichkeiten Aufschluss. Über die Straße ging es auf den Damm. Es gäbe gar keine Spatzen mehr, bedauerte eine Teilnehmerin. Auf dem Storchennest stand elegant die Störchin. Unten schauten zwei Köpfchen hervor. Aber noch eine Etage tiefer war auch reges Leben, denn hier lebten die Sperlinge. Es sind Haussperlinge mit dunkelgrauem Oberkopf. Feldsperlinge haben ein braunes Köpfchen, erklärte Bodo Friedrich.

 Aus dem Pappelwald rief es vom Pirol und vom Kuckuck. Über die Wiese sprangen zwei Rehe. Oben kreiste der Rote Milan. Rauchschwalben schossen über unsere Köpfe hin zum bäuerlichen Anwesen Neu. Dort sind sie willkommen, und es gibt Schutz und Nahrung für sie. Hinter dem Pappelwald im Schilf turnte und sang der Teichrohrsänger. Das trockene Schilf am Wege nach Trebur war im März mutwillig entzündet worden. Aber hier sieht man, wie die Natur mit Feuer umgehen kann. Frisches grünes Schilf wächst aus dem verbrannten Boden.

Der Weg führte dann bis zum Schwarzbach. Hier gibt es eine Lücke mit gefällten Bäumen, die dem Verkehr auf der Straße gefährlich wurden. Der Forst hat die Bäume fällen lassen, damit sie hier vermodern und neuem Leben dienen. Und hier saß auf einem Pappelstumpf stolz und neugierig der kleine Zaunkönig, musterte in aller Ruhe die Schar seiner Beobachter und ließ nicht ab, ihnen seine Gesangstrophen laut und kräftig einzuprägen.

Zurück ging es geradewegs durchs Dorf und zum Imbiss, der von Ulle Heck sorgfältig vorbereitet war. Aber zunächst kam Nele zu Wort. Auf einer Liste einheimischer Vogelarten waren die beobachteten Vögel angestrichen worden. 37 Arten waren es. Die las Nele vor. Wir hatten in Vorjahren schon über vierzig. Im Schilf gab es früher mehr zu entdecken.

Die Gruppe war zufrieden, zufrieden mit der freundlichen Stimmung, zufrieden mit dem zwanglosen Austausch über Vögel und Natur, über neue Bekanntschaften und neu Erkenntnis, zufrieden mit Bodo Friedrich, der so vieles klar zu schildern wusste, auf Deutsch und Latein; denn auch das ist ein Unterschied zum Menschen: sie haben lateinische Namen, damit man sie in der ganzen Welt kennt.  

 

Kaj Wechterstein


Februar 2017

Der Storchenmann ist wieder da:

Seit Freitag ist er wieder da, der Storchenmann vom Storchennest neben dem Spielplatz am Damm von Astheim, erkennbar an seiner Rechtsberingung A 8218. Den Winter hat er in Spanien verbracht. Nun schaut er, ob alles in Ordnung ist. Die Störchin kommt demnächst. Unter dem Storchennest richten Spatzen ihre Nester ein. 
Kaj Wechterstein


26.11.2016

Gemeinsamer Einsatz NABU Trebur + Astheim

Volle Aktion ! (Foto Ingmar Stelzig)
Volle Aktion ! (Foto Ingmar Stelzig)

 

 



Am vergangenen Samstag (26.11.) fand auf der Astheimer Orchideenwiese ein gemeinsamer Arbeitseinsatz der Astheimer und Treburer Ortsgruppen des Naturschutzbundes (NABU) statt. Diese Wiese jenseits des Winterdeiches muss wegen des Vorkommens seltener Orchideen sehr spät im Jahr gemäht werden. Dies hatte eine Woche zuvor der NABU Trebur bereits erledigt. Außerdem muss das gesamte Mähgut zusammengerecht und auf Haufen getragen werden, da viele seltene Pflanzen einen mageren Standort bevorzugen. Die Haufen bieten dann wiederum einen geeigneten Brutplatz für Ringelnattern. Die Fläche liegt im sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH), daher ist eine besonders extensive Form der Bewirtschaftung angezeigt. Nun war durch die vielen helfenden Hände die schweißtreibende Arbeit nach zwei Stunden abgeschlossen und das Werk zu bewundern. Das gemeinschaftliche Zusammentragen des Schnittgutes hat eine lange Tradition und unterstreicht die gute Verbindung der beiden Naturschutzgruppen. 

Ingmar Stelzig 


 

NABU HESSEN-PRESSEMITTEILUNG  |  NR 43/16  |  3. NOVEMBER 2016

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Naturschutz / Igel

 

Stachelhäuter suchen Winterquartiere

NABU Hessen gibt Tipps zum Umgang mit Igeln im Herbst

 

Wetzlar – Für Igel heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen und sich auch die letzten Tiere zum Winterschlaf zurückziehen, müssen sie sich den notwendigen Fettvorrat anfressen. Viele Igelfreunde fragen sich, was man im Herbst mit aufgefundenen und vermeintlich hilflosen jungen Igeln tun soll. Gerhard Eppler, Landesvorsitzendes des NABU Hessen, rät dazu, die Tiere nicht einfach mitzunehmen: „Jungigel haben im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen, als viele meinen.“ Anhand einiger Tipps erkennen Finder rasch, ob Hilfe nötig ist und wie sie am besten eingreifen können.

 

Igel gehören zu den bekanntesten und beliebtesten heimischen Tieren überhaupt: Sie sind putzig, wirken behäbig und sind dank ihres Stachelkleides dennoch wehrhaft. Im Herbst suchen sie sich ein behagliches Versteck für ihren Winterschlaf. Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen. Wenigstens 500 Gramm sollte ein junger Igel wiegen, um den ersten Winter aus eigener Kraft zu überstehen. In den kühler werdenden Tagen sind Igel entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten auch tagsüber aktiv. „Die Tiere fressen sich ihren Winterspeck an und legen dabei bis zu 50 Gramm pro Woche zu. Die Nächte reichen für die Futtersuche alleine nicht aus“, erklärt der Biologe Eppler. 

 

Eine zu große Sorge um die Stachelhäuter ist allerdings unbegründet. Erst mit einem größeren Kälteeinbruch besteht für untergewichtige oder herumirrende Tiere die Gefahr, für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet zu sein. Im Zweifel sollte man junge Igel einige Zeit beobachten oder vor Ort mit etwas Hunde- bzw. Katzentrockenfutter, das mit Haferflocken als Ballaststoff vermischt ist, unterstützen. Igel dürfen auf keinen Fall mit Milch gefüttert werden. Der Milchzucker führt bei ihnen zu schmerzlichen Koliken und krank machendem Durchfall. Junge Igel können daran sterben. 

 

Wenn die Bodentemperaturen langfristig auf unter null Grad sinken, ziehen sich Igel komplett zurück. Erst zu dieser Zeit sollten noch herumstreunende Igel, die einen kranken oder untergewichtigen Eindruck machen, aufgenommen und in sachkundige Hände bei Igelstationen abgegeben werden. Fast alle aufgefundenen Igel leiden unter inneren Parasiten, die sich unter Pflegebedingungen sogar vermehren und gegen die sie behandelt werden müssen. Verletzte Igel sind am besten beim Tierarzt oder in einer Igelstation aufgehoben. Die medizinische Behandlung ist in der Regel kostenlos. 

 

Igeln ist am besten mit einer naturnahen Gestaltung des Gartens geholfen. Ein naturfreundlicher Garten bietet nicht nur gute Versteckmöglichkeiten in Laub- und Reisighaufen, sondern mit Regenwürmern, Schnecken und Käfern auch viel geeignete Igelnahrung. Eine selbst gebaute „Igelburg“ bietet den Tieren ein optimales Winterquartier. Sie besteht aus einem einfachen Holzkasten, der mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird. Für Kinder ist das Bauen einer Igelburg eine spannende Naturschutzaktion.

 

 

Für Rückfragen:

Dr. Berthold Langenhorst

Pressesprecher

Tel.: 06441-67904-17

Mobil: 0170-8347614

 

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Dr. Berthold Langenhorst

Referent für Umweltkommunikation

 

NABU Landesverband Hessen e.V.

Friedenstraße 26

35578 Wetzlar

Telefon: 06441-67904-17

Mobil: 0170-8347614

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29.10.2016

Ein Herbstfeuer des NABU Astheim und viele junge Familien

Das Herbstfeuer des NABU Astheim fand am letzten Wochenende der Herbstferien statt. Dietmar Sellner, der Vorsitzende, hatte mit Hans-Lorenz Heck den hohen schlanken Holzturm errichtet. Er hätte manchen Architekten zur Ehre gereicht. Hennes Mundschenk, der langjährige Turmbaumeister, war dieses Jahr krankheitshalber verhindert.

Punkt drei Uhr auf den Glockenschlag entzündeten Dietmar Sellner und Klaus Brod zwei kleine Feuerchen aus Holzstöckchen vor dem Holzturm. Die brennenden Stäbchen wurden dann in das mit Sägespänen gefüllte Innere des Holzturms gesteckt, dem bald kleine Rauchwölkchen entstiegen.
Eltern ermahnten ihre neugierigen Kleinen, ja nicht heranzugehen. Diese beobachteten mit großen Augen, wie sich der der Rauch zu einer hellblauen Rauchsäule entwickelte. Und dann zündelte es gelb und rot aus dem Turm. Und dann prasselte das Feuer und verschaffte sich wie von selber großen Respekt. Anoraks wurden geöffnet und Schals losgebunden.

Viele junge Familien kamen aus allen Richtungen und bestaunten die Feuersäule. Schließlich stürzte sie zusammen und bildete eine glühende Pyramide. Jetzt war der große Spaß, Kastanien hineinzuwerfen, und es knallte und prasselte. Kastanien können aber auch schöne kleine Flugdrachen werden. Käthe Breideband schnitt aus Krepppapier Drachenschwänze. An die Kastanien geheftet flatterte es nun zur Freude von Eltern und Großeltern bunt durch den Park.

Der Mann unter dem Feuerwehrhelm war wieder Dietmar Sellner. Schippe für Schippe trug er Glut in zwei eiserne Bütten. Jeanine Trzaska hatte mit zwei NAJU - Kindern einen großen Teig angerührt und durchgeknetet. Mit Eva Sellner wurde er nun zu Schlangen gerollt, die kunstvoll um die Spitzen langer Stöcke gewunden wurden. Über die Glut in den beiden Bütten gehalten gab es das beliebte Stockbrot. Das war auch für die Kleinsten ein kleines Abenteuer, wobei die Eltern interessiert halfen. Vor der Stockausgabe bildete sich eine lange, aber sehr ordentliche Kinderschlange. Eltern und Großeltern fotografierten und sendeten mit ihren Handys. Unzählige Bilder wurden so den Lieben nah und fern gesendet.

Der Schreiber dieser Zeilen versuchte die Kinder zu zählen. Bei dreißig gab er es auf. Er versuchte die Erwachsenen zu zählen, waren es vierzig oder fünfzig?  Das Herbstfeuer ist auch ein Kartoffelfeuer. Vorgekochte Kartoffeln auf Astheimer Äckern gewachsen wurden in Alufolie am Feuerrand geröstet und erinnerten an frühere Zeiten. Dazu gab es Tsatsiki und Kräuterquark. Ein Apfelbaum von der nahen Streuobstwiese hält jedes Jahr zum Herbstfeuer seine Äpfel bereit. Und der NABU hält, wenn sie gebacken sind, Zimt und Zucker bereit.

Die Herbstsonne schien warm. Viele junge Familien waren erschienen. Augenscheinlich werden in der Großgemeinde Trebur in den nächsten Jahren viele Kinder heranwachsen. Das Kleinste war gerade vier Wochen alt. Viele Eltern kannten sich von den Kindergärten und genossen die friedliche zwanglose Atmosphäre. Die Kinder taten das auch. Man hörte kein Gejammere, Tränen waren abgewischt, ehe sie hinunterkullern konnten. Dieses Feuer machte die Menschen friedlich, die Großen und die kleinen. Es wärmte sie und ließ sie zueinander kommen, die Jungen und die Alten. 
Kaj Wechterstein


10.10.2016

NABU Astheim und ein Sonnenblumenfeld

Wer zum Oberwiesensee fährt, sieht zur Rechten zwischen den abgeernteten Feldern ein langes Sonnenblumenfeld. Darüber freut man sich, aber wächst es nur, um die Ausflügler zu erfreuen?

Diese Frage zu beantworten hatte der Landwirt Roland Kraft den NABU Astheim am 10. Oktober zu den Sonnenblumen eingeladen. Es war die Fortsetzung einer anderen Einladung im Juni 2015. Da wuchs das Grün der Ernte entgegen. Nun berichtete er über die abgeernteten Felder. Hier geschieht auch im Herbst Vieles, was nicht sichtbar ist. Das Wurzelwerk steckt ja noch tief in der Erde. Und je nach Pflanzen- oder Getreideart, nach Flach- oder Tiefwurzlern geht die Natur ganz verschieden mit der Erde um. Der Boden kann lockerer werden oder versteppen. Regenwürmer oder Pilzkulturen leben mit ihm. Das Sonnenblumenfeld mit den blauen Phacelien, dem Bienenfreund, fördert auch die Regenerierung des Bodens. Dazu, so berichtet Roland Kraft, gibt es genaue EU-Vorschriften. 5 % der Felder sind mit solchen Erholungsmaßnahmen zu pflegen. Die haben ihren Sinn, aber Europa ist groß und hat überall die verschiedenartigsten Böden. Und da liegt es am Wissen des einzelnen Landwirts, wie er solche Regenerierungsmaßnahmen anwendet, damit sie ihren Sinn erfüllen.

Den Zuhörern des NABU Astheim rauchten bald die Köpfe; denn Roland Kraft erklärte und zeigte ihnen, wieviel Detailwissen die Landwirtschaft erfordert, damit sie erfolgreich wirkt - nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tiere. Als er zur Gründüngung ein Sonnenblumenfeld abmähte, hatte er Rehe, Fasane, Hasen und sogar einen Fuchs aufgescheucht. Der Landwirt benötigt viel Fachwissen. Damit alles wohl gelingt, braucht es Liebe zur Natur und zu unserer Landschaft.

Roland Kraft ist sich der Spannung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz bewusst, darum sucht er auch das Gespräch mit Naturfreunden. Miteinander ging es zum Imbiss am Oberwiesensee. Die Teilnehmer hatten nicht nur viel neues Wissen in ihren Köpfen, sondern große Sonnenblumensträuße in ihren Armen.

Kaj Wechterstein    


24.09.2016

Die Wiese des NABU hinter dem Friedhof ist das Jahr über sich selbst überlassen. Im Frühjahr blühen hier Schlüsselblumen, dann die verschiedenen Obstbäume. In diesem Jahr ist das Gras besonders üppig gewachsen. Erst im September zum Heufest wurde es gemäht. So haben die Pflanzen Zeit sich auszusäen, und die Wiese wird von Jahr zu Jahr mannigfaltiger.

Dann ist es Zeit zum Heufest. In diesem Jahr hatte Jeannine Trzaska von der NAJU-Truppe in Weilbach eine kleine Kelter aufgetan. Die wurde mittags vor dem NABU Haus aufgebaut, und hier wurde fachgerecht gekeltert. Die Äpfel wurden gewaschen, zerstückelt, gemahlen und  die Maische gepresst. Und dann wurde der kostbare Saft den Besuchern des Festes angeboten.

Es war ideales Wetter. Auf der Wiese standen Rechen bereit. Für die Kinder war es ein wunderbares Spiel, mit den großen Rechen Heuballen durch die Gegend zu schleppen und in die Luft zu werfen. Die Erwachsenen sorgten unauffällig für ein System und Ordnung. Dazu gehörten auch die jungen Nachbarn aus dem Flüchtlingsheim. Sie hatten sich für dieses Fest extra fein in traditionelle Gewänder gekleidet.

Bei Frau Gesine Wechterstein am Bastelstand wurden Heuritter und Heuprinzessinnen lebendig. Dazu diente das Heu und was auf der Wiese und der Umgebung gewachsen war: Wilde Möhre, Hagebutten, Eicheln, Kastanien, Mohnkapseln.

Als die Heuhaufen zu Heubergen gewachsen waren, begann die Untertunnelung und das Verstecken. „Da sind Kinder drin“, warnte eine Oma besorgt. Aber die Kinder wussten genau, wer da wem im Tunnel begegnete.

Auf dem Wege waren Bankreihen aufgestellt. Hier unterhielt man sich und beobachtete das Leben auf der Wiese. Da gab es einen Kletterbaum, an dem die Mädchen ihr Geschick zeigten. „Früher haben wir Jungs das gemacht“, sagte ein Opa. „Das ist Emanzipation im Frühstadium“, dachte der Schriftführer und Schreiber der NABU-Begebenheiten. Und seine Beobachtung ist wie jedes Jahr: Das ist ein Fest, das von selbst abläuft: keine Lautsprecherberieselung, keine Anweisungen. Man sah, griff zu, beobachtete, staunte. Kuchen wurde gereicht, ein Mädchen hatte Geburtstag, Getränke gab es gegen Spende. „Schade, dass nur heute Heufest ist“, sagte Stella, als die ersten Bänke wieder ins NABU-, ins Margareta-Schenkel-Haus getragen wurden. Aber zu Ende der Herbstferien ist Herbstfeuer! 

Kaj Wechterstein


19.09.2016

Ausflug der Grundschule Am Hollerbusch mit dem NABU Astheim

Der Montag war nach den warmen Spätsommerwochen mit seiner leichten Bewölkung ein idealer Wandertag für die Astheimer Grundschüler.
Die Erst- und Zweitklässler zogen mit Frau Wechterstein
an den Gärten vorbei zum NABU Haus.


Sie verteilte Plastikbehälter, wie es sie beim Supermarkt für Trauben und Tomaten gibt.
Und nun kamen rote Hagebutten hinein und Eichelkäppchen oder Fruchtständer der „Wilden Möhre“.
Vor dem NABU Haus waren Tisch gestellt. Die Kinder hatten Hunger und Durst. Aber dann wurde die Gegend erkundet: Kinder können überall etwas entdecken, so viele Spiele erfinden.
Der Park war für sie wie ein Zauberwald.
Frau Breideband und Frau Wechterstein verknoteten inzwischen allerlei Bastfäden. Und bald standen die ersten bei ihnen, die wissen wollten, was hier wozu geschah. Es sollten Herbstbäumchen entstehen in Pappbechern, gefüllt mit Sand, ein Stöckchen hinein, eine grüne Steroporkugel darauf gesteckt, Löcher hineingepiekt.
In diese kamen nun die Hagebutten und die zerzausten wilden Möhren. 35 Bäumchen entstanden,
einige bekamen ein Gesicht, 35 bunte Herbstüberraschungen für die Eltern.

Der radelnde Reporter konnte das Ergebnis erst später betrachten, denn auch die älteren Schüler waren unterwegs. Ihr Ziel war das geheimnisvolle Gelände hinter dem Flutgraben. Dort hingen versteckt und zugewachsen Nistkästen. Die waren inzwischen von vierfüßigen Bewohnern entdeckt worden:
von zahlreichen niedlichen Mäusen.

Vom Flutgraben ging es in den Wald, der inzwischen der Natur und sich selber überlassen war.
Dietmar Sellner bahnte den Weg und hätte dazu eine Machete gebraucht. Ziel war die Ruine eines ehemaligen Pumpwerks an der Rabenspitze. Aber diese Funktion sieht man ihm nicht mehr an.
Dafür gibt es jetzt das neue Pumpwerk. Hier am Damm ließ der radelnde Reporter sein Rad stehen.
Aus dem Gebüsch schossen zwei Hasen, aufgescheucht von vielen Stimmen, und dann erstürmten schon Scharen von Kindern das Pumpwerk. Es hatte nach dem heißen Spätsommer nicht viel zu pumpen.
Hier blickt man weit über das Land bis zum Odenwald und Taunus und ahnt nicht, wie nahe hier Urwald pur ist. Aber Hase und Fuchs kennen sich hier aus, und die Astheimer Kinder wissen nun:
wo sich Hase und Fuchs „Gute Nacht sagen“. 

Kaj Wechterstein


05.06.2016


Botanische Erkundung von NABU Trebur und Astheim

Die gemeinsame Botanische Erkundung des NABU Trebur und Astheim findet
am Sonntag, dem 5. Juni, um 9 Uhr ab der evangelischen Kirche in Trebur statt.
Ziel ist der Osterbruch, der im Osten von Trebur einen vielfältigen und spannenden Lebensraum darstellt.
An diesem Morgen werden mit Alfred Kunert und Ingmar Stelzig
Kopfweiden, Feuchtwiesen und urige Streuobstwiesen rechts und links des Schwarzbach erkundet.
Auf dem Rückweg findet ein Imbiss in der Streuobstwiese statt.


29.05.2106

Das Fest der Astheimer Flüchtlinge

Flüchtlinge kochen für Astheimer
Solch eine Einladung und solch ein Fest hat es in Astheim noch nicht gegeben. Vorbereitet war es von ihrem Betreuerkreis unter Leitung von Ingrid Stapff und mit Unterstützung des NABU Astheim. Angekündigt war es mit Plakaten und in den Zeitungen. Nachbarn wurden extra eingeladen. Die Vorbereitungen hatten sich gelohnt, denn viele, viele kamen.

Als Ingrid Stapff zum Mikrofon griff, waren alle Plätze auf dem Spielplatz zwischen „Feldblick“ und Jugendhaus besetzt, auch die Stehplätze.
Sie begrüßte erstaunt und erfreut diese große Runde, um dann den vielen Hilfsbereiten zu danken, die in den letzten Monaten die Arbeit der „Ehrenamtlichen“ unterstützt hatten. Besonders nannte sie: das „Soziale Netz“, „Mer Trewwerer“, die Fußballer, das Rote Kreuz, die Feuerwehr für etliche nächtliche Einsätze und den NABU Astheim, ohne dessen logistischen Einsatz dieses Fest so nicht möglich gewesen wäre.
Dann dankte der Bürgermeister Carsten Sittmann den Helferinnen, durch deren Einsatz die Unterbringung und Eingewöhnung der Flüchtlinge so problemlos in Astheim erfolgt sei.

Jetzt wurde das Essen erwartet . Der steinerne Tischtennistisch inmitten des Platzes erfuhr einen ganz neuen Zweck. Junge schlanke Männer brachten Platten und Töpfe herbei. Die ersten Besucher näherten sich vorsichtig und neugierig, um auszuwählen. Da stand eine Fülle von Reisgerichten der verschiedensten Färbungen und Geschmacksrichtungen und Schärfen aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Es wurde munter probiert.
Und als man meinte: „Das war’s“, da näherten sich fünf Syrer mit großen Platten, wie Präsentationen auf Kreuzfahrtschiffen. Aber hier war es Gegenwart und Realität. Geschirr und Besteck, gedacht für 60 Personen, mussten in der kleinen Küche des Jugendhauses mehrfach gespült werden. Aber alte Astheimerinnen sind keine Kostverächter. Und die jungen Köche waren stolz, dass so eifrig zugegriffen wurde und ließen es sich auch schmecken.

Dann war Fouad mit seiner Tambura dran, ein mandolinenartiges Instrument. Seine Tambura in Syrien war bei einem Raketenangriff wie auch sein ganzes Haus zerstört worden. Aber ohne Musik kann er nicht leben.
Und so spielte und sang er. Seine Hausgenossen umringten ihn erwartungsvoll auf die Reaktionen der Astheimer. Da herrschte erst Stille, aber bald klatschten alle den Rhythmus mit. Der Rhythmus ging auch in die Beine.
Fünf Syrer bildeten eine Kette und tanzten im Rhythmus mit. Es war eine wundervolle Atmosphäre,
eine begeisternde, dankbare, ansteckende. Die einen waren stolz, dass sie Etwas bieten konnten,
die anderen, dass sie etwas Spontanes miterleben durften.

Dann wurde es wieder leise, denn nun erzählten Flüchtlinge. Kristine Nadler kannte sie alle und wusste,
wen man zum Sprechen in diesem großen Kreis ermuntern konnte. Da erzählten junge Menschen aus Pakistan, Afghanistan, Syrien und Eritrea. Es ging ihnen weniger um ihre Vergangenheit, sondern mehr um die Gegenwart. Für sie waren sie dankbar, sehr dankbar. Für die Zukunft wünschten sie dringlich Frieden in ihren Heimatländern und in Deutschland eine berufliche Zukunft. Dafür lernen sie die deutsche Sprache. Das gelingt den kleinen Kindern am besten. Die Erwachsenen brauchen, je erwachsener sie sind, Ausdauer und Fleiß.
Und sie brauchen die Geduld und Anerkennung der Deutschen. Diese festliche Begegnung war ein kleiner wichtiger Schritt dahin.
Viele Astheimer wissen nun, wer jetzt im „Feldblick“ wohnt, Menschen, die freundlich lachen,
Menschen die singen und musizieren, Menschen die gut und interessant kochen.

Eintritt wurde nicht verlangt. Das Essen war ein dankbares Geschenk an die Gäste, die Astheimer.
Das Geld im Spendenkasten überstieg alle Auslagen bei weitem. Frau Stapff hat einen Gedanken:
Es soll dem Schwimmunterricht der Kinder zukommen! 

 

Kaj Wechterstein


21.05.2016

21.Mai   Tagesausflug "Rotes Moor und Glauberg – Natur und Kultur“

Rotes Moor im Frühling
Rotes Moor im Frühling

 

Liebe Nabu-Mitglieder,

 

zu dem Tagesausflug

"Rotes Moor und Glauberg –
        – Natur und Kultur“


laden wir am Samstag den 21. Mai ein.

Zusteigemöglichkeit in den Bus der Fa. Müller gibt es
           ab Einkaufszentrum Groß-Gerau  Helvetia Parc 08:00
Uhr
 
                                                                       und  Astheim Bürgerhaus 08:15 Uhr 


Nach Ankunft am Roten Moor im Naturschutzgebiet gleichen Namens innerhalb des Biosphärenreservats Rhön werden wir bei der Exkursion über das Gelände von NABU-Fachleuten begleitet. Im „NABU Haus am Roten Moor“ werden wir uns dann in der Jausenstation stärken und dort regionale Köstlichkeiten probieren.

Danach fahren wir nach Glauburg (45 Minuten) und erhalten in dem 2011 eröffneten Museum „Keltenwelt am Glauberg“ eine Führung. Hier kann man in eine Welt eintauchen, die vor 2500 Jahren von unseren keltischen Vorfahren erschaffen wurde.

Anschließend geht es in das nahe gelegene Ortenberg, die Abschlusseinkehr halten wir im Landgasthof „Rotlipp“.
Der Bus wird gegen 20 Uhr wieder in Astheim sein.

Die Anmeldungen werden unter info@nabu-astheim.de entgegengenommen.  

In den Reisekosten von € 20,- sind enthalten der Imbiss im Haus am Roten Moor
sowie der Eintritt ins Museum Keltenwelt, Glauberg - (für Nichtmitglieder € 35,-).
NABU-Kinder reisen kostenfrei mit (andere €15). 

Mit freundlichen Grüßen  

 

Dietmar Sellner
im Namen des NABU Kreisvorstands


08.05.2016

Vogelstimmenwanderung

Von der Ringeltaube zum Wendehals

Begrüßt von Nachtigallen fanden sich am Sonntag pünktlich um 7 in der Frühe 23 neugierige Vogelfreunde vor dem Margareta-Schenkel-Haus ein. Dietmar Sellner hieß alle an diesem Maienmorgen unter blauem Himmel und frischem grünen Blätterdach willkommen. Dann reichte er das Wort an Bodo Friedrich weiter, der die Gruppe durch die Vogelwelt führte. Und da machte sich gleich ein Ringeltaubenpaar bemerkbar.
„Ihr Name ist eigentlich ein Irrtum; denn es sind nur helle Flecken und keine Ringe, die sie am Hals tragen.“
Auf dem Damm hinter der Friedhofsmauer lauerte der erste Überraschungsgast, ein Bluthänfling, der Augen und Ferngläser herausforderte. Im Storchennest wurde gebrütet, aber ein erstes Junges hielt sich da schon versteckt, wusste Dietmar Sellner, der in seinem Haus einen Beobachtungsstand für dieses Storchengeschehen hat.
Unter dem Nest ging es aus und ein: das waren Spatzen oder genauer Sperlinge, Feldsperlinge,
wie Bodo Friedrich erläuterte. Auf dem Weg wartete neugierig der andere Storch mit einem Heuballen im Schnabel. Die Jungen sollten es doch weich haben.

Ging der Blick in die Ferne, so tobten da fünf Hasen mit hoch aufgerichteten Ohren. Über die Köpfe der Gruppe sausten die Rauchschwalben. Und aus dem Pappelwald ertönte unverwechselbar der Pirol. Auch die Stimmen von Singdrossel, Mönchs- und Gartengrasmücke ließen sich dank digitaler Technik herausfordern.
Erwartet aber wurde von Bruno Roth und Gesine Wechterstein der Zaunkönig. „Da muss er sein“,
und da war er auch, so klein wie er ist, so laut und vernehmlich. Er überwintert hier. Und Bodo Friedrich konnte etwas über Körperform und Körpervolumen erzählen und weshalb es diese kleinen Vögel schwer haben, über den Winter zu kommen. Im Pappelwald brüten Graureiher, aber sie waren im kräftigen Laub nicht mehr auszumachen.

Sein Ruf hatte die Gruppe schon begleitet. Über dem Schilfgürtel hinter dem Pappelwald flogen sie vorbei:
ein Kuckuckspaar. Und das ergab die unendliche Diskussion: Wer flog voran, Männchen oder Weibchen.
Und dann kam nur einer zurück - oder eine? Aber dann ließ sich der Teichrohrsänger hören.
Und dann ließ er sich auch sehen aufrecht - am schwankenden Schilfhalm.

Nun konnte die Gruppe ihren Weg beruhigt fortsetzen. Zum Ortsausgang hinter dem Fußballplatz hörte Bodo Friedrich etwas im Laub der Ahornbäume. Aber was war es? Ein Turmfalke, den er schon vorher gesehen hatte?
Der ausdauernde Ruf ließ es vermuten. In der Gruppe regte sich Forschungseifer. Das Spektiv ging in Stellung. Dann wurde es eindeutig. Es war der Wendehals. Im Wipfel des Ahorn saß ruhig und rief und ließ sich beobachten. Das war das Haupterlebnis dieses Ganges.

Aber Gesine Wechterstein und Bruno Roth lockten mit weiteren Erwartungen: Hinterm Schwarzbach am Schlagweg gibt es ein uriges Gelände hinter einem Stacheldrahtzaun, wie geschaffen für den Neuntöter.
Und da saß er auch, mal auf dem Draht, mal auf dem Pfahl, mal das Weibchen, mal das Männchen.

Jetzt wurde es Zeit für den Rückweg. Vor dem Margareta-Schenkel-Haus waren die Tische festlich gedeckt.
Und die Ältesten waren die Hungrigsten. Aber dann war die jüngste Teilnehmerin dran:
Leonie aus Trebur durfte das Ergebnis der Wanderung vorlesen: 48 Vogelarten hatten sich an diesem klaren Maienmorgen bemerkbar gemacht. Das übertraf alles, was die Teilnehmer in den letzten Jahren gesehen und gehört hatten. Dank ging an Bodo Friedrich, seine wachen Ohren und Augen und an seine in vielen Lehrerjahren geschulte Stimme, die sein Wissen kurzweilig zu verbreiten wusste. Er aber bedankte sich bei allen vogelkundigen Beobachtern. 

Kaj Wechterstein


21.03.2016

Mitgliederversammlung


02.03.2016

Nun ist der Pinsel dran

Vor einer Woche waren die Nistkästen zusammengenagelt worden, und die meisten hatten einen grünen Anstrich erhalten. Nun sollten sie von jedem Kind individuell gestaltet werden, damit die Vögel ihren Nistkasten besser erkennen und sich an den Bildern erfreuen. Zwar wissen wir nicht, ob die Vögel dasselbe Farbempfinden wie die Menschen haben. Aber solch ein Bild auf dem Nistkasten hilft sicher zur Orientierung. Und es soll auch des Menschen Auge erfreuen.

Es soll aber auch in die Natur passen. Und so schlugen die Kinder Blumen und Gras vor, Wolken und Bäume und natürlich die Sonne.

Die Kinder malen sonst mit Wasserfarben und Bunt- oder Filzstiften. Nun aber mussten sie mit einem grün oder gelb gestrichenen Holzuntergrund umgehen. Darum hatte Frau Wechterstein Acrylfarben mitgebracht. Und die wurden in kleinen Klecksen auf Deckelchen von Gläsern getupft: rot, gelb und blau, braun und weiß. So hatten es die Künstler früher mit ihren Paletten auch gemacht. Für diese Farben und den rauen Untergrund braucht man Pinsel mit feinen Borsten. Und mit denen musste behutsam umgegangen werden, sonst gerieten die Kunstwerke zu borstig. Auch galt: was gemalt war, war gemalt.

Von der modernen Kunst sind war ja Einiges gewohnt. Hier aber waren Sonne und Blumen, Schmetterlinge und Vögel, und sogar Hase und Igel klar zu erkennen. Die Bilder sind echte Hingucker geworden und fordern zur Interpretation heraus. Die genormten Vogelunterkünfte sind jetzt individuelle, schmucke Vogelhäuschen.

Nun muss noch Dachpappe drauf, damit die Feuchtigkeit nicht eindringt. Diese Nagelei erfordert wieder die geübten Hände der NABU-Handwerker. Aber dann dürfen die Meisen und Spatzen sich ihre neuen Häuser aussuchen und einrichten: in den Gärten der Familien oder um den „Hollerbusch“. 

 

Kaj Wechterstein


24.02.2016

Es hämmert im Hollerbusch

Jedes Jahr bevor der Frühling kommt, klopfen und pochen die Drittklässler der Grundschule im Hollerbusch. Denn es geht um Nistkästen, in denen Meisen oder Spatzen ihre Jungen ausbrüten sollen. Im NABU-Haus sind die Holzteile für die Wände sorgfältig zurechtgeschnitten worden. Und für die Nägel sind Löcher vorgebohrt. Die Kinder haben Hammer und Zange mitgebracht. Dietmar Sellner, Hennes Mundschenk, Bruno Roth und Hans-Lorenz Heck haben die Teile in den Bastelraum gekarrt. Zwei Körbe mit Farbe, Gläsern und Pinseln hat Gesine Wechterstein mitgebracht. Nun wartet man auf die Kinderschar, die unter Aufsicht von Frau Weiß, der Lehrerin, in den Raum strömt, sich die Bastelhocker holt und an die Tische setzt. 21 neugierige Augenpaare richten sich auf Dietmar Sellner, der die Handwerker vom NABU vorstellt. Gesine Wechterstein hat sich eine Schürze umgebunden. Mit der Kamera schleicht Kaj Wechterstein, der radelnde Reporter, umher. Für wen sollen die Häuser gebaut werden? Für Vögel. Was sind das für Vögel? Höhlenbrüter. Aber nun los!

Zu zweit soll in Partnerschaft gewerkelt werden; also Paare bilden. Der eine hält, der andere hämmert und dann umgekehrt. Mit dem Bodenteil und der Rückwand beginnt es. Die Rückwand hat oben eine Schräge, weil das Dach schräg sein wird, und die Schräge muss nach innen weisen. Dann geht es los mit Hammer und Nagel. Solche Instrumente werden heute aus Sicherheitsgründen der Kinderwelt ferngehalten. Aber Drittklässlern kann man sie schon zumuten, auch wenn sie den Stil gleich hinter dem Hammer halten. Da kann nicht viel passieren, weder dem Finger noch dem Nagel. Aber bald hörte man am Gehämmere, dass die Hämmer ordentlich Schwung hatten.

Die erfahrenen NABU-Handwerker wanderten hin und her, griffen ein mit Wort und Tat. Hier ging es schneller, da langsamer, dort zu schnell: Da kam die Zange zum Einsatz: alles nochmal. Dann kamen die Seitenteile, dann das aufklappbare Vorderteil mit dem Einflugloch. Beim Dach mussten die vorgebohrten Löcher genau aufeinander passen. Schnelligkeit ist da nicht gefragt. Die einen sind fertig, holen sich Malkittel und Farben, woanders passt das Dach nicht. Aber es gibt keine Tränen und Verletzungen. Zum Schluss haben alle grüne Finger und auch Farbspuren im Gesicht, Reste dieser handwerklichen Tätigkeiten. Die Farbe trocknet schnell, wenn sie nicht abgewaschen wird. Jeder schreibt seinen Namen in den Vogelkasten, dann Tische abräumen, Stühle hochstellen. Draußen warten schon Autos mit Eltern. 357 Nägel sind vernagelt worden (die Krummen nicht gerechnet). In einer Woche ist die Malkunst gefragt. 

 

Kaj Wechterstein


07.02.2016

Fastnacht in der Ginsheimer Straße

Zur Fastnacht erwarteten wir in der Ginsheimer Straße unsere traditionellen Freunde. Viele Kräppel und Kröpel, die kleinen dänischen Leckereien, waren vorbereitet. Aus dem Kleiderfond einer Frankfurter Event-Truppe lagen Kostüme bereit. Dann holten die Frauen Heck und Wechterstein die Flüchtlinge rechtzeitig ab; denn im Flüchtlingshaus, das ist da die Erfahrung, gehen die Uhren anders. Aber dann erschien eine neugierige Schar junger Männer begleitet von Eltern mit neugierigen Kindern. Es war noch Zeit, die Kostümkartons zu öffnen. Und da kam Stimmung auf: Araber als Elch und Eisbär, das war neu. Prunkgewänder erinnerten an die Könige aus dem Morgenland. Die Smartphones wurden gezückt, bis es um die Ecke kam: „Ewe kimmt de Zug“, pünktlich! Die bunte Truppe der Ginsheimer Straße fiel auf und wurde reichlich mit Süßem und Spielzeug befeuert. Die Gardemädchen winkten „Helau“, das war schnell gelernt. Als die Ente des Endes vorbeigezogen war, da gab es viele Umarmungen und Dankeschön dafür, dass man zu diesem prachtvollen Zug gelockt worden war. Viele Fotos gingen in die weite Welt von unserm Astheim in sehenswertem Ausnahmezustand.

Bei der nächsten Begegnung tritt der NABU-Astheim wieder in seiner eigentlichen Funktion auf: dann werden Nistkästen kontrolliert und gereinigt.  

Kaj Wechterstein 


09.01.2016

Stunde der Wintervögel

Bild: Nils Malzahn
Bild: Nils Malzahn

04.01.2016

Nistkastenkontrolle mit Ferienkindern

Bild: Ralph Keim
Bild: Ralph Keim

01.01.2016

Neujahrsnachmittag im Flüchtlingsheim

Ende des Herbstes hatten junge Männer aus dem Flüchtlingshaus tatkräftig für Ordnung im Wildwuchs um das NABU-Haus gesorgt. Dann hatten sie nach dem Baumschnitt auf den Streuobstwiesen die Äste zusammengetragen.

Damit dieser erfreuliche Kontakt nicht abriss, besuchten am Nachmittag des Neujahrtages die Ehepaare Heck und Wechterstein aus der Ginsheimerstraße die Helfer und waren herzlich willkommen. Viel Silvesterfeuerwerk war in der Nacht wegen des Nebels nicht zu sehen gewesen, aber die Geräusche waren auch bis zu den Unterkünften durchgedrungen. Im Haus war kaum gefeiert worden. Die Verständigung war noch mühsam, obwohl alle jungen Männer Deutschunterricht hatten. Einer berichtete stolz, er besuche die Uni in Frankfurt und wolle einmal „Geschichte“ studieren. Einige hatten in Groß-Gerau auf der Volkshochschule Unterricht. Nicht alle sprachen Englisch. Dann brachte Fouad aus Syrien ein großes dreieckiges sechssaitiges Zupfinstrument herbei und sang uns arabische Lieder dazu. Wir fragten naiv, ob er das aus Syrien mitgebracht habe. Er hatte es in Darmstadt gekauft. Sein Haus in Syrien habe Assad mit einer Rakete zerstört und alles was darin war. Nun erklang in Astheim ein wenig arabische Kultur. Wir boten süßes Gebäck an. Als überraschendes Kompliment sagte uns ein freundlicher junger Mann: „More sweeter are you“. (Viel süßer seid ihr.)

Unsre Frauen besuchten auch eine Familie und nahmen wahr, wie hier auf engstem Raum gewickelt, gekocht, gespielt und geschlafen wurde.

Dann stand die 5. Jahreszeit an, Fastnacht mit dem großen Umzug, der durch die Ginsheimer Straße geht. „Wir laden unsere Helfer ein“, beschlossen die Frauen. Der Plan wurde mit Frau Stapf von der Besuchergruppe besprochen. Dann wurden die Flüchtlinge eingeladen. Sie wussten noch nichts von dieser besonderen Astheimer Kultur.

Bei Ahmadiyya

Aber dann wurden wir eingeladen - zum Neujahrsempfang der Ahmadiyya - Gemeinde in Groß-Gerau. Ahmadiyya Muslim Jamaat, ein kleinerer Zweig der muslimischen Religion, hat schon seit über hundert Jahren in Deutschland Fuß gefasst und in Groß-Gerau ein Zentrum. Der Empfang war gepflegt und herzlich. Wir lernten den Vorsitzenden der Gemeinden in Deutschland Uwe Wagishauser kennen und trafen den Bürgermeister von Groß-Gerau Stefan Sauer. Beide betonten in ihren Reden, auch wenn der Flüchtlingsstrom nach Deutschland ein großes Problem ist, so wurde dieses Problem positiv angegangen, und es bietet weiterhin eine große Chance. Das festliche Essen, zubereitet und serviert von jungen Männern, war köstlich. An unserem Tisch saß ein junger Ingenieur von Hyundai, der schon in Groß-Gerau zur Schule gegangen war und in Rüsselsheim studiert hatte. In verschiedenen Gesprächen wurde betont, wie wichtig Bildung ist und wie wichtig qualifizierter Religionsunterricht durch studierte Religionslehrer, denn der Islam hat eine historische Tradition wie das Christentum. Uns scheint, dass Flüchtlinge, die dieser muslimischen Religionsgemeinschaft angehören, in unserer Gegend gut aufgehoben sind. 

 

Kaj Wechterstein

 



Ereignisse der Jahre 2011 bis 2015 findet man im Archiv